- Computerviren
Als Computerviren werden geschriebene Kleinprogramme bezeichnet, die in andere Programme, in Bootsektoren des Computers oder in so genannte Makros eindringen, sich auf diese Weise also vermehren. Wie ein biologischer Virus muss sich ein Computervirus einen Wirt suchen (etwa das andere Programm), ohne dessen Hilfe er nicht aktiv wird. Wird dieses Wirtsprogramm gestartet, so aktiviert man damit auch das Computervirus. Es reproduziert sich dann, indem es Kopien seiner selbst in weitere Programme und eventuell in Teile des Betriebssystems pflanzt. Neben der Reproduktion hat die Aktivität eines Virus meist weitere Folgen. Viren können zum Löschen ganzer Datenbestände führen. Sie können beispielsweise auch die Kommunikation zwischen dem Computersystem und Peripheriegeräten wie Druckern stören. Der Drucker druckt dann statt des auf dem Bildschirm sichtbaren Textes nur Nonsens.
- Würmer
Würmer sind — so beschreibt es etwa das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik — eine Untergruppe der Computerviren. So ganz richtig ist das nicht, da Würmer als selbstständige Programme für ihre Verbreitung nicht zwangsläufig einen Wirt benötigen: Sie können selbst aktiv werden, ohne durch Start eines Wirtprogramms aktiviert zu werden. Beim berühmt gewordenen „I-love-you-Virus“ handelt es sich beispielsweise streng genommen um einen Computerwurm. Allerdings verbergen sich Würmer häufig doch in anderen Dateien, etwa in via E-Mail verschickten Attachments, wodurch die Grenze zwischen Virus und Wurm verwischt. Mit einem Wurm verseuchte Mails können für ihre Verbreitung bei manch einem E-Mail-Programm die Adressdatenbank nutzen: Sie schicken sich selbst dann via Mail an alle eingetragenen Adressaten.
- Trojanische Pferde
Beim Begriff „Trojaner“ wird auf das berühmte Trojanische Pferd angespielt, das riesige hölzerne Tier, das die Griechen den Trojanern nach langem Kampf scheinbar als Geschenk hinterließen. Die Bewohner Trojas brachten das Tier in ihre Stadt, ohne zu wissen, dass sich in dessen Bauch griechische Kämpfer verbargen. Dies läutete den Untergang Trojas ein. Das trojanische Pferd war also etwas, was harmlos aussah, ohne harmlos zu sein. Insofern passt der Begriff des Trojanischen Pferdes (kurz „Trojaner“ genannt) auch sehr gut in die Computerwelt. Er bezeichnet hier nützliche Programme, die schädliche Zusatzfunktionen verbergen. Insofern lässt sich jedes mit einem Virus infizierte Computerprogramm auch als Trojaner bezeichnen. Das Trojanische Pferd kann sich — anders als Viren und Würmer — nicht selbst reproduzieren und verbreiten.
- Dialer
Sicherlich kennen Sie die so genannten Sondernummern in der Welt der Telekommunikation; sie etwa beim Telefonieren zu wählen bedeutet, einen höheren Betrag für jede abzurechnende Zeiteinheit des Gesprächs zu bezahlen. Solche Nummern kommen unter anderem bei Erotik-Hotlines zum Einsatz; der Anrufer zahlt dann durch die erhöhten Kosten seines Telefonanrufs. Solche Sondernummern existieren auch im Netz, um etwa zu bezahlende Dienste im Internet zu nutzen. „Dialer“ sind die Einwahlprogramme, die auf solche Sondernummern zugreifen. Der Begriff unterscheidet erst einmal nicht, ob das Programm nun bewusst vom Internetnutzer verwendet wird oder nicht. Umgangssprachlich wird der Begriff „Dialer“ heute oftmals für Programme verwendet, die den Computer ohne Wissen des Internetnutzers über eine Sondernummer mit dem Internet verbinden. Die Telefonrechnung des Betroffenen kann dadurch gewaltig steigen.
- Hoax
Ein Hoax ist so etwas wie die Zeitungsente des Internets: eine Falschmeldung. Auch Parallelen zu den Kettenbriefen fallen auf. Der Hoax verbreitet sich als E-Mail, warnt vor Viren, die nicht in Umlauf sind, berichtet von Unglaublichem, das wahr sein soll, wie der Verwandlung eines Mädchens in eine Ratte, von angeblichen Gebührenrückzahlungen und von anderen Dingen. Oftmals endet solch eine Mail mit der Aufforderung, sie an mehrere Freunde weiterzusenden. Eine Sonderform der Hoaxes sind die so genannten Charity-Hoaxes: Sie appellieren an das Gewissen des Empfängers und geben etwa vor, dass der Sender an einer seltenen Krankheit leidet und für jede weitergeleitete E-Mail 5 Cent bekommt. Das alles klingt erst einmal relativ harmlos und ist es meist auch, selbst wenn man berücksichtigt, dass so ein Hoax Zeit kostet und Computernetze durch unnötigen Datenverkehr beansprucht. Aber es gibt auch gefährlichere Varianten: etwa solche, die fälschlicherweise vor mit Viren infizierten Dateien warnen und empfehlen, diese Dateien auf dem Computer zu löschen. Tatsächlich handelt es sich bei den Dateien aber um solche, die für das System dringend notwendig sind. Löscht man sie, so greift man damit sein eigenes Computersystem an.
- Phishing
Mit „phishing“ bezeichnet man den Versuch, einen Nutzer eines Kommunikationsmediums, etwa Mail, Handy-SMS oder Messenger-Programme, mit einer Nachricht dazu zu bewegen, vertrauliche Daten preiszugeben. Oftmals werden diese Nachrichten mit einem Absender verschickt, der dem Namen eines seriösen Unternehmens zumindest sehr ähnelt. Geleitet wird der Empfänger der Mail durch einen in die Mail integrierten Link dann häufig auf eine gefälschte Webseite. Sie wirkt wie ein Teil der Originalseiten des jeweiligen Unternehmens. Dort gibt der Nutzer dann seine vertraulichen Daten ein, die damit in falsche Hände geraten. Solche vertraulichen Daten beziehen sich oftmals auf den Online-Geldverkehr, also auf Onlinebanking oder auf die Nutzung von Zahlungssystemen wie Paypal. Bekommen die Versender solcher Mails Ihre Passwörter in die Hand, so können Sie damit Geld von Ihren Konten umlenken. Als Schutz gegen Phishing dient beispielsweise IdnWebShield, ein Freewareprogramm. Eine Weiterentwicklung des phishings ist das pharming: Hierbei wird das Computersystem so manipuliert, dass Sie beim Aufrufen beispielsweise einer Bankenadresse im Browser auf eine falsche Seite umgeleitet werden.
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